Jahreskreis & Übergänge – warum bestimmte Zeiten uns innerlich bewegen
- Sarah Tangermann
- 21. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Es gibt Zeiten im Jahr, da fühlt sich alles anders an.
Mehr Fragen. Mehr Müdigkeit. Mehr innere Bewegung.
Und ganz ehrlich. Viele Menschen denken dann oft:
Mit mir stimmt etwas nicht.
Oft liegt es bestimmt nicht an dir.
Es liegt am Raum, in dem du dich gerade bewegst.
An Übergängen.
Übergänge sind keine Probleme
Übergänge sind Phasen, in denen das Alte noch wirkt und das Neue noch keinen festen Platz hat.
Das sind ganz natürliche Zwischenräume.
Im Außen läuft der Alltag weiter.
Im Inneren ist der Raum irgendwie instabiler.
Das fühlt sich manchmal an wie:
– Ich weiß nicht mehr genau, was ich will
– Entscheidungen kosten plötzlich Kraft
– Dinge, die eben noch klar waren, verlieren Halt
Eine Art wie : Bewegung ohne Form.
Schon lange bevor Kalender optimiert und Zeit getaktet wurde, haben Menschen diese Schwellen wahrgenommen.
Nicht als Event.
Nicht als To-do.
Sondern als innere Qualität.
Der Jahreskreis als innerer Rhythmus
Der sogenannte Jahreskreis ist kein spirituelles Pflichtprogramm.
Er ist eine Beobachtung.
Eine sehr alte, sehr bodenständige Beobachtung:
Dass sich Energie, Fokus und innere Themen im Lauf des Jahres verändern.
Nicht alles ist jederzeit gleich gut möglich.
Nicht jede Phase trägt Wachstum nach außen.
Keltische wie auch christliche Feiertage sind ursprünglich Markierungen dieser Übergänge.
Sie zeigen an, wann etwas reift, sich zurückzieht oder neu sortiert.
Du musst nichts davon feiern.
Du musst nichts davon glauben.
Aber du kannst es lesen.
Wie einen inneren Wetterbericht.

Warum Übergänge uns emotional berühren
In Übergangszeiten passiert oft Folgendes:
Entscheidungen fühlen sich schwerer an
Altes trägt nicht mehr richtig
Neues ist noch nicht greifbar
Müdigkeit oder innere Unruhe nehmen zu
Es kann ein Hinweis darauf sein, dass dein Inneres sich neu ausrichtet.
Gerade sensible und fein wahrnehmende Menschen spüren diese Phasen deutlicher.
Nicht, weil sie „zu empfindlich“ sind.
Sondern weil ihr innerer Raum feiner reagiert.
Das Problem entsteht erst, wenn wir versuchen, diesen Zustand zu übergehen.
Oder wegzudrücken.
Übergänge wollen Raum, nicht Lösungen.

Christliche Feiertage & keltische Zeitqualitäten – kein Widerspruch
Viele empfinden es als Gegensätze.
Keltisch hier, christlich dort.
In Wahrheit tragen beide dieselbe Grundenergie.
Ein paar Beispiele:
Ostern. Wandlung statt sofortiger Neubeginn
Weihnachten. Rückzug statt Dauer-Geselligkeit
Neujahr. Orientierung statt Zielsetzung
Das innere Ungleichgewicht entsteht nicht durch die Feste.
Es entsteht durch die Erwartungen, die wir daraus gemacht haben.
Wenn aus inneren Schwellen äußere Leistung wird.
Wenn aus Übergängen Termine werden, die man „richtig nutzen“ muss.
Dann kippt die Qualität.
Übergänge brauchen keinen Aktionismus
In Übergängen geht es nicht darum, etwas zu lösen.
Auch nicht darum, sich selbst zu optimieren.
Es geht darum, wahrzunehmen.
Fragen sind hier hilfreicher als Antworten:
Was wird gerade leiser in mir?
Was trägt nicht mehr, auch wenn ich es noch festhalte?
Was darf noch ungeformt bleiben?
Genau hier kann Tarot sinnvoll sein.
Nicht als Entscheidungshilfe.
Nicht als Orakel.
Sondern als Spiegel.
Um sichtbar zu machen, wo du gerade stehst.
Manchmal ist das schon genug.
Der Jahreskreis als Orientierung, nicht als Konzept
Du musst keinen Jahreskreis „leben“.
Du musst keine Rituale einführen.
Du musst nichts zusätzlich tun.
Aber du kannst ihn nutzen, um dich selbst nicht ständig infrage zu stellen.
Wenn du merkst:
„Jetzt ist gerade nicht die Zeit für Druck.“
Dann ist das keine Ausrede.
Das ist innere Intelligenz.
Viele Menschen sind nicht blockiert.
Sie sind einfach in einem Übergang und versuchen, sich wie in einer Hochphase zu verhalten.
Das kostet unnötig Kraft.
Ich denke…
Übergänge sind kein Mangel an Klarheit.
Sie sind Klarheit in Entstehung.
Wer sie versteht, hört auf, gegen sich selbst zu arbeiten.
Und beginnt, sich ernst zu nehmen.
Manchmal ist genau das der Wendepunkt.




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